Primär Biliäre Cholangitis

PBC einfach erklärt

Überblick PBC

Primär Biliäre Cholangitis (PBC), früher auch unter dem Namen Primär Biliäre Zirrhose bekannt, ist eine langsam fortschreitende Erkrankung der Leber.

Der frühere Name wurde geändert, da die wenigsten Patienten mit dieser Erkrankung tatsächlich eine Leberzirrhose haben oder im Verlauf der Erkrankung entwickeln. Nach vielen Jahren kann es zu einer Zirrhose kommen, dies ist jedoch selten.

Bei der PBC handelt es sich um eine sogenannte Autoimmunerkrankung der Leber. Ganz allgemein formuliert, werden bei einer Autoimmunerkrankung körpereigene Gewebe oder Zellen vom eigenen Abwehrsystem als fremd angesehen und dauerhaft bekämpft.

Die Leber ist ein zentrales Stoffwechselorgan. Eine gesunde Leber schützt vor Infektionen, entfernt giftige Stoffe aus dem Körper und „reinigt“ das Blut. Zudem wandelt sie Nährstoffe um und speichert Energie. Gleichzeitig ist dieses wichtige Organ eine große Drüse, denn sie produziert auch die Gallenflüssigkeit.

Über die Gallengänge in der Leber wird die Gallenflüssigkeit in Richtung Darm abtransportiert. Hier hilft sie bei der Verdauung der aufgenommenen Nahrung.

Bei der PBC werden die kleinen Gallengänge durch einen Autoimmunprozess geschädigt. Diskutiert wird zudem, ob der Zerstörungsprozess der kleinen Gallengänge auch durch eine Entzündung der umliegenden Leberzellen verursacht werden könnte. Unabhängig vom Auslöser werden die kleinen Gallengänge durch den entzündlichen Prozess vermehrt brüchig und können verstopfen. Die Galle kann nicht mehr ungehindert durch sie hindurchfließen und staut sich auf. Die aufgestaute Galle schädigt die angegriffenen Gallengänge zusätzlich. Mit der Zeit tritt durch die defekten und porösen Stellen Gallensäure in die Leberzellen ein. Dort verursacht sie weitere entzündliche Prozesse und Gewebeschäden. Wird die PBC nicht behandelt, kann die Leber irgendwann ihre wichtigen Aufgaben für den Gesamtorganismus nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr erfüllen.